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LERNEN BEWEGEN STÄRKEN

Ansatzpunkte der Reggio-orientierten Grundschule Bachstraße

Laut Statista gab es im Schuljahr 2016/ 2017 knapp 15.500 Grundschulen in Deutschland. Davon arbeiteten rund 500 Schulen nach alternativen Schulkonzepten wie zum Beispiel Waldorf, Montessori oder Jenaplan. Diese Schulkonzepte stellen unter anderem das Mitspracherecht und das Gemeinschaftsgefühl der Kinder sowie entdeckendes, auch selbstverantwortliches Lernen in den Mittelpunkt und sehen das Lehrpersonal eher als Lernbegleiter*innen und Beobachter*innen. Einige Konzepte legen zudem verstärkten Wert auf künstlerische Ausdrucksformen.

 

Eine in Gründung befindliche Grundschule in Hamburg möchte künftig ebenfalls einen alternativen Weg einschlagen:
die Reggio-orientierte Grundschule (RoG) Bachstraße.

 

Die RoG legt ihrem Schulkonzept ein modernes Bildungsverständnis zu Grunde, das betont, dass der Erwerb von Kenntnissen, kognitiven Fähigkeiten und Schlüsselkompetenzen in ein soziales Gefüge eingebettet ist. Elementar sind darum auch die Ausbildung von Empathie, Verständigungs- und Konfliktlösefähigkeiten sowie Selbstbestimmung und Selbstbildung junger Menschen.

 

Eine grundlegende Metapher der Reggio-Pädagogik, die in den 1960er und 70er Jahren in Reggio Emilia in Italien entstand, ist: „Das Kind hat 100 Sprachen“. Gemeint ist damit, dass Kinder sich bei Weitem nicht nur durch verbale Sprache äußern, sondern zahlreiche nonverbale Ausdrucksformen haben. Diese sollen von den Erwachsenen wahrgenommen und verstanden werden, um ein vollständiges Bild des Kindes zu haben und diese Ausdrucksformen auch fördern zu können.

 

Ein weiterer Baustein des Konzeptes ist das Verständnis vom Raum als „drittem Erzieher“: Der Klassenraum soll zugleich Anregung als auch Geborgenheit bieten. Es geht darum, Kindern individuelle Möglichkeiten der Entfaltung zu bieten, indem unterschiedliche Erfahrungs- und Rückzugsbereiche gegeben werden. Die Schulklassen der RoG werden deshalb nicht nur mit Tischen und Stühlen gefüllt, sondern ermöglichen den Kindern, sich mit ihren jeweiligen Themen und Projekten frei zu entfalten und ihre Interessen und Bedürfnisse wahrzunehmen Dabei wird auch der Tatsache Rechnung getragen, dass Kinder in diesem Alter einen hohen Bewegungsdrang haben.

 

Die RoG plant keinen nach Fächern gegliederten Unterricht, sondern lässt die Kinder den Schulstoff in eigenen Projekten interdisziplinär erarbeiten. Künstlerische Gestaltung, naturwissenschaftliche Versuche, mathematische Grundlagen und Alltagserfahrung können dann anhand ganz einfacher Themen, wie beispielsweise dem „Apfelbaum“ kombiniert werden. Dabei sollen Zusammenhänge zwischen einzelnen Themen deutlich und das selbstbestimmt Lernen gefördert werden. Auch bei dieser etwas anderen Lernform werden die vorgeschriebenen Lerninhalte aus den Lehrplänen vollständig erfasst und die Leistungen dokumentiert.

 

Dies ist nur ein erster kleiner Einblick in ein sehr umfassendes pädagogisches Konzept. Um Interessenten einen tieferen Einblick in Schulräume und Konzept zu bieten und Fragerunden zu ermöglichen, lädt die RoG am 30.06.2018 zu einer Infoveranstaltung in die Bachstraße 38 ein.

Info-Flyer der RoG Bachstraße

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