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Bunter Montag: Der Umgang mit Abfall


Das Problem mit dem (Plastik-)Müll

Unser Müll ist ein Problem – ein riesiges, das sich nicht zuletzt in Form von „Plastikinseln“ in großen ozeanischen Wirbeln sammelt. Im Jahr 2018 fielen in Deutschland pro Person insgesamt 455 kg Haushaltsmüll an, Elektrogeräte nicht eingerechnet. Der Haushaltsmüll setzte sich im ungefähren zusammen aus 157 kg „Restmüll“ (Hausmüll), 146 kg getrennt erfassten Wertstoffen und 120 kg getrennt erfassten organischen Abfällen (Bioabfälle). Der Altpapiereinsatz lag 2018 bei 75%, als Sekundärfaser wird es in der Papierproduktion wiederverwertet. Biomüll wird hauptsächlich zu Kompost. Hingegen werden über die Hälfte der Kunststoffabfälle sowie der Großteil des Restmülls verbrannt. Die dabei in den deutschen Müllverbrennungsanlagen freigesetzte Energie wird als Strom, Prozessdampf und/oder Fernwärme genutzt und erzielt einen energetischen Gesamt-Nutzungsgrad von durchschnittlich circa 50 Prozent. Im Bereich Verpackungsmüll ist Deutschland laut dem Umweltbundesamt Spitzenreiter – ein trauriger Rekord.

Sortiertipps der Stadtreinigung Hamburg

"Müll 1x1" der Stadtreinigung Hamburg


Einmal ist keinmal?

Plastik-Diät der Stadtreinigung Hamburg

Eine ausführliche Broschüre der Stadt-reinigung Hamburg gibt es online: mehr...

2017 landeten 346.831 Tonnen Einweggeschirr und To-Go-Becher nach einmaliger Benutzung im Müll. Einwegplastik ist damit ein nicht zu unterschätzendes Problem, doch obwohl es sich hierbei bereits um eine riesige Quantität handelt – 345.000 Tonnen entsprechen in etwa dem Gewicht von 34 Eiffeltürmen – machte Einwegplastik (ohne Haushaltsgegenstände wie Wattestäbchen mitzuzählen) kaum 5,64% der insgesamt 6,15 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle aus. Es ist also durchaus begrüßenswert, dass die Herstellung von Einwegplastik EU-weit ab dem 3. Juli 2021 nicht mehr erlaubt sein wird. Betroffen davon sind zunächst Trinkhalme, Besteck, Geschirr und Wattestäbchen aus Plastik, da diese laut Verbraucherzentrale gehäuft an Stränden gezählt wurden.  Jedoch geht das Problem der Kunststoffabfälle weit über Einwegplastik hinaus: Über 94% der 2017 angefallenen Kunststoffabfälle sind von diesem Verbot nicht betroffen.


Deutscher Abfall im pazifischen Ozean

Derzeit ist Europa, nach China, der zweitgrößte Plastikproduzent der Welt, wobei innerhalb Europas Deutschland auf Platz eins der Plastikproduzenten und -verarbeiter steht. Dabei recycelt Deutschland einen großen Teil des Plastikmülls nicht selbst, sondern exportiert ihn in Drittländer, meist nach Asien. Dort wird der Müll häufig verbrannt oder er landet, wenn nicht auf Deponien, im Meer. So werden auch unsere Abfälle Bestandteil der „Plastikinseln“ und zerstören das marine Ökosystem.

Zudem darf der Rohstoff, aus dem das Plastik besteht, nicht aus dem Blick verloren werden. Erdöl, auf dem herkömmliche Kunststoffe basieren, ist eine endliche Ressource, die Deutschland fast vollständig importieren muss. Der im Erdöl enthaltene Kohlenstoff wird bei Verbrennung der Kunststoffabfälle in Form von fossilem Kohlendioxid freigesetzt und befeuert den Treibhauseffekt.

Biobasierte Kunststoffe, z.B. aus Mais können nur in Teilen als Alternative betrachtet werden, da die Entsorgung auch hier noch nicht ideal verläuft: die Stoffe dürfen nicht auf den Kompost, nur in bestimmten Fällen in die gelbe Tonne und landen daher oft eben auch im Restmüll auf der Verbrennungsanlage. 

Es ist also aus mehreren Gründen sinnig (wenn nicht gar dringen notwendig), nach Möglichkeit auf Plastik zu verzichten.


Tipps zum Umgang mit Abfall - für die Kita und zu Hause

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Mit den Apps der Stadtreinigung habt ihr Zugriff auf eine "Zero Waste Map" und könnt "Müllecken" melden, die ihr in Hamburg entdeckt! Helfen wir, unsre schöne Stadt sauber zu halten! mehr...

Infos zu Mikroplastik der Stadtreinigung:

  • Kauft Lebensmittel in Großgebinden, um die Plastikmenge zu reduzieren
  • Kauft, wo immer möglich, Produkte unverpackt, in Mehrweg- oder Papierverpackungen
  • Bietet alternative Produkte an, z.B. Aufstriche aus dem Glas statt Aufschnitte aus Plastikverpackungen
  • Wagt den aktiven „Blick in die Brotdosen“ und thematisiert das Problem des Einmalplastiks mit den Eltern. Eine „Ausstellung“ des Plastikabfalls einer Kita-Woche hat schon manchem Elternteil die Augen geöffnet.
  • Arbeitet mit den Kindern zum Thema Abfall: ein Verrottungsexperiment, der Besuch eines Recyclinghofs und das Trainieren der Mülltrennung können erste Ansätze sein.
  • Ein Tag oder gar eine Woche ohne Plastik wäre ein eindrückliches Experiment und öffnet den blick für alternative Möglichkeiten.
  • Führt in allen Gruppenräumen ein Mülltrennsystem ein, um bei allem dennoch anfallenden Müll sicherzustellen, dass das bestmöglich Recycling erfolgen kann. Das macht natürlich nur Sinn, wenn auch alle Tonnen in der Kita verfügbar sind und von der Stadtreinigung abgeholt werden.
  • Papier und Pappe immer zerkleinern, bevor es in die Tonne kommt.

Wer sich tiefergehend informieren möchte, kann sich zum Beispiel auch in unsere bislang genutzten Quellen vertiefen:

© Titelbild. Jugendliche malen Transparent: We are the Change: FooTToo/Shutterstock.com

Danke an die Stadtreinigung für die passenden Beiträge. Werbung wegen Verlinkung.

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